Wien, Maria-Theresien-Platz:
    Kunsthistorisches Museum:
    Von der gesamten Antikensammlung ist diese Gemma Augustea die berühmteste: Eine riesige Kamee aus arabischem Sardonyx (Quarz) mit beeindruckenden 23 cm Breite und 19 cm Höhe. Die Kamee wurde im 17. Jahrhundert vergoldet, da die obere linke Ecke beschädigt war. Die Gemma wird dem Steinschneider Dioskurides (Διοσκουρίδης) oder einem seiner Schüler zugeschrieben und entstand vermutlich zwischen 10 und 14 n. Chr.
    In der oberen Szene sieht man von links nach rechts: Den zukünftigen Kaiser Tiberius, der mit einem Lorbeerkranz auf dem Kopf aus einem Streitwagen steigt, die Göttin Victoria, Feldherr Germanicus, die Göttin Roma, Kaiser Augustus auf einem Thron, der ein Zepter und einen Augurenstab hält, darunter der Adler des Jupiter, Oikumene (Οἰκουμένη, die Göttin der bewohnten Welt: Augustus war der Herrscher der „gesamten” bewohnten Welt), die eine Corona Civica aus Eichenblättern über Augustus’ Kopf hält, der Gott Oceanus und die Göttin Italia, die ein leeres Füllhorn hält; um sie herum sehen wir zwei Kinder, die wahrscheinlich Sommer und Herbst darstellen, da eines von ihnen Ähren in der Hand hält. Zwischen Roma und Augustus sehen wir den Steinbock, das Sternbild, durch das die Sonne zur Zeit von Augustus’ Konzeption (Dezember 64 v. Chr.) scheinbar bewegte.
    In der unteren Szene sind von links nach rechts ein Tropaeum (eine Trophäe, die nach einem Sieg an der Stelle errichtet wurde, an der die Schlacht endgültig entschieden wurde) dargestellt, das von vier Soldaten hochgehoben wird; darunter zwei Barbaren (eine keltische oder germanische Frau und Mann), die wahrscheinlich an das Tropaeum gefesselt werden sollen; die Göttin Diana, die ihre Hand schützend auf einen Barbaren mit keltischem Halsband legt, der um Gnade fleht; ein Soldat der Hilfstruppen oder der Gott Merkur, der eine Barbarin zwingt, vor Diana niederzuknien und um Gnade zu flehen.
    Das Ganze könnte mit der Niederschlagung des Dalmateraufstandes zusammenhängen; am 16. Januar 10 n.C. zog Tiberius als siegreicher General in Rom ein, um vor seinen Kaiser zu treten.
    © Foto 2020


Google
www op deze website