Wien, Josefsplatz: Österreichische Nationalbibliothek: Zu den bedeutendsten Beständen der Bibliothek zählt die Tabula Peutingeriana: Eine Kopie eines karolingischen Exemplars aus dem 12. Jahrhundert, die wiederum die Kopie einer römischen Straßenkarte ist. Die 680 x 34 cm große Karte ist historisch bedeutsam, da sie die den Römern bereits bekannten Erdteile von Britannien bis Indien schematisch darstellt; der erste Abschnitt, der Irland, Britannien, die Iberische Halbinsel und das westliche Nordafrika umfasste, ist leider verschollen. Die vorliegende Kopie wurde von einem Mönch aus Colmar angefertigt und gelangte später in den Besitz der Humanisten Conrad Celtis (geb. Konrad Bickel, * 1. Februar 1459, 4. Februar 1508) und Konrad Peutinger (* 14. Oktober 1465, 28. Dezember 1547) aus Augsburg. Im Jahr 1715 gelangte sie schließlich in den Besitz von Prinz Eugen von Savoyen (vollständig: Eugen Franz, Prinz von Savoyen-Carignan (französisch: François-Eugène de Savoie-Carignan, italienisch: Eugenio di Savoia-Carignano), * 18. Oktober 1663, 21. April 1736; General in habsburgischen Diensten), dessen komplette Sammlung 1736 von Karl VI. (vollständig: Karl VI. Franz Joseph Wenzel Balthasar Johann Anton Ignaz, * 1. Oktober 1685, 20. Oktober 1740; König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches von 1711 bis 1740, König von Ungarn, König von Böhmen und regierender Erzherzog von Österreich von 1711 bis 1740, König von Sardinien von 1713 bis 1720, König von Neapel von 1713 bis 1735 und König von Sizilien von 1720 bis 1735), und seitdem befindet sich die Karte in der kaiserlichen Hofbibliothek, heute Österreichische Nationalbibliothek. Hier sehen wir den fünften Abschnitt der Tabula Peutingeriana, der Österreich, Ungarn, Istrien und Dalmatien, Nord- und Mittelitalien (von Bolsena bis Rom) sowie Nordafrika (von Gafsa bis Karthago) umfasst. Die Karte ist stark schematisch, da es dem anonymen Autor nicht wichtig war, dass man beispielsweise auch von Katwijk nach Bordeaux reisen könnte: Alles dreht sich um die Entfernung nach Rom. © Foto 2020 |
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