Wien, Dr. Karl Renner-Ring 3:
    Parlamentsgebäude
    Das Parlament zählt zu den größten der Welt, da es bereits bei seiner Konzeption die künftige Präsenz nichtösterreichischer Parlamentarier aus Österreich-Ungarn berücksichtigte, einem Vielvölkerstaat, der sich von Bregenz bis Kronstadt (dem heutigen Brașov in Rumänien) und von Reichenberg (dem heutigen Liberec in Tschechien) bis Spizza (dem heutigen Сутоморе/Sutomore in Montenegro) erstreckte: Acht Ethnien, elf verschiedene Muttersprachen, siebzehn Kronländer und letztlich 516 Abgeordnete machten das österreichische Parlament zum ersten multinationalen Parlament der Welt.
    Es kam daher nicht selten vor, dass die nichtösterreichischen Abgeordneten ihren Unmut dadurch zum Ausdruck brachten, dass sie die Pultdeckel so laut hin und her schoben, dass der jeweilige Redner am Sprechen gehindert wurde: Die sogenannten Pultdeckelkonzerte. Auf der Website des österreichischen Parlaments wird übrigens die vielleicht politisch korrekte, aber grundsätzlich falsche Bezeichnung Redner:innen verwendet: Erst kurz vor dem Untergang der Habsburger Herrschaft, nämlich am 1. November 1918, wurde den Frauen in der Doppelmonarchie das passive Wahlrecht zuerkannt. Es gab also während des Vielvölkerstaates nie „Rednerinnen” im Parlament!
    © Foto 2023


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