Wien, Arsenal 1:
    Heeresgeschichtliches Museum:
    Natürlich hat Karl May die blutgetränkte Uniform von Franz Ferdinand (vollständig: Erzherzog Franz Ferdinand Carl Ludwig Joseph Maria von Österreich-Este, * 18. Dezember 1863, † 28. Juni 1914) nicht gesehen. Dass Ihr Webmaster dennoch Auto und Uniform hier abgebildet hat, liegt daran, dass der Terroranschlag auf den österreichischen Thronfolger nicht nur die Landkarte Europas grundlegend verändert hat und deutsche, österreichische und russische Königs- und Kaiserhäuser verschwinden ließ, sondern auch die Geschichte der Karl-May-Rezeption entscheidend prägte: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karl May in vielen Ländern, die dem sowjetischen Joch erlagen, nach wie vor verehrt, in der DDR jedoch erst bis weit in die 1980er Jahre hinein. Als Karl May Mitte der 1980er Jahre vom DDR-Regime widerwillig akzeptiert wurde, betrachteten ostdeutsche Karl-May-Forscher den sächsischen Schriftsteller ganz anders als die im Westen. Nicht besser oder schlechter, sondern anders. In einigen westeuropäischen Ländern wurden Karl Mays Bücher nach 1945 jedoch kaum noch gelesen, da er schließlich Deutscher und damit per definitionem „schlecht” war. Glücklicherweise erlebten seine Bücher in den Niederlanden und Belgien eine Renaissance, teilweise aufgrund der Veröffentlichung der Karl May Pockets in den 1960er Jahren, obwohl einige weiterhin unentwegt die Illusion verbreiteten, Karl May habe Hitler den Weg geebnet, wie zum Beispiel der sonst so differenzierte Godfried Bomans mit seinem umstrittenen Artikel „Het ruikt hier naar gas. Een poging tot begrip van Karl May” („Es riecht hier nach Gas. Ein Versuch, Karl May zu verstehen”) (in Elsevier, 24. August 1963).
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